Donnerstag, 19. April 2018

Wenn die Krankenkasse Kasse macht

Also entweder der Techniker Krankenkasse, um deren zutiefst asoziales Verhalten es leider in diesem Beitrag geht, steht das Wasser bis zum Hals und sie muss deshalb jemanden, der sowieso schon am Existenzminimum lebt, noch die Hälfte seiner monatlichen Bezüge "ergaunern", oder die Zeiten sind inzwischen sowieso so asozial und ignorant, dass die "Kollateral-Sozialstaatsleichen" einfach dazu gehören und kein Hahn mehr danach kräht. Mir läufts lauwarm die Fontanelle runter ...
Die Frage ist ganz ernst gemeint: Würden Sie, beim Unterschreiben eines Fitness-Studio Vertrages darum bitten die Zeit, in der Sie kein Mitglied waren dennoch bezahlen zu dürfen? Oder würden sie an der Kinokasse mit aller Selbstverständlichkeit für alle Filme Eintritt zahlen wollen, die sie noch nicht gesehen haben? Ich sage jetzt, in meinem nicht mehr ganz jugendlichen Leichtsinn mal ..., Nö!

Würden Sie denn, gesetzt den Fall, sie wären mal, vor mehr als 10 Jahren einige Monate nicht krankenversichert gewesen und hätten auch keinerlei medizinische Leistung in Anspruch genommen, auf die Idee kommen der Krankenkasse die Beiträge für diese Monate nachzuzahlen? Jetzt hau ich mich nochmal aus dem Fenster und sage nochmal: "Nö, ick glaube wohl nich!"

Na denn stellen Sie sich bitte mal vor, sie wären aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig und würden, für etwas mehr als ein Jahr Krankengeld beziehen und danach so genanntes Arbeitslosengeld 1, was aufgrund ihres vorher verrichteten Teilzeitjobs ein monatliches "Einkommen" von 600 Euro beschert. Und nun, wie gesagt nach mehr als 10 Jahren nutzt ihre Krankenkasse die Chance des hinter ihr stehenden Gesetzes und zieht Ihnen jeweils knapp die Hälfte dieser 600 Euro, von der sie ihren gesamten Lebensunterhalt bestreiten, zum Zwecke der "Eintreibung" der damals nicht gezahlten Beiträge, ab.

Hört sich erstmal völlig bekloppt und unglaublich an, oder. Aber, beim Grabe meiner toten Mutter, genauso ist es passiert. Und nicht nur, das Sie jetzt gezwungen sind das Ganze mit einem Hartz IV Antrag irgendwie aufzustocken, Sie können sich auch jeden Widerspruch sparen, denn tatsächlich hat die Techniker Krankenkasse das Recht dies zu tun, solange es sich um ihre eigene Leistung, also Krankengeld, oder eben ALGI handelt.

Ich weiß nicht was andere davon halten, ich fühle mich wie eine große Mischung aus Wut, Fassungslosigkeit und Trauer, wie in einem großen Topf durcheinander gewirbelt und schließlich unbeachtet weggeschüttet. Verzeihung, aber wenn ich mich noch ein wenig weiter umschaue, wie in unserem achso sozialen Sozialstaat mit denen die sowieso wenig haben und sich nicht wehren können, umgegangen wird. Mir wird übel dabei.

Wie machen es Länder, wie zum Beispiel Bhutan, wo medizinische Versorgung für alle Bürger umsonst ist, oder wie schaffen es andere Länder ihren Bürgern die öffentlichen Verkehrsmittel umsonst zur Verfügung zu stellen? Es wäre wirklich so einfach, gerade die die ganz wenig haben zu entlasten und zu ermöglichen von dem Bisschen Geld das zur Verfügung steht auch leben zu können. Mit ein paar kleinen Änderungen, mit einer etwas gerechteren Verteilung und überhaupt mit ein wenig mehr Mitgefühl und etwas weniger Gier und Egozentrik, wäre schon so viel geschafft.

Aber, wie sagte die Omma schon immer. "Die reichen Leute haben´s vom Behalten, nicht vom Verteilen!"

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