Freitag, 15. Januar 2016

Was wir unseren Kindern in der Schule antun …und wie wir das ändern können. (21.10.2010)

Obwohl dies hier recht eindeutig ein Buchtipp ist, kann ich doch nicht umhin, nach der Lektüre von Sabine Czernys Werk „Was wir unseren Kindern in der Schule antun …und wie wir das ändern können“, mich zu einem Plädoyer hinreißen zu lassen. Würde ich jetzt vor Ihnen stehen, könnte es sogar in eine flammende Rede ausarten, um Ihnen nicht nur dieses Buch, sondern vor allem die inständige Bitte, sich mit dem Thema „Schulsystem in Deutschland“ eingehender zu befassen, leidenschaftlich ans und ins Herz zu legen. Schon das, von der Autorin selbst verfasste, Vorwort lässt mich als Vater und ehemaliger Erzieher, trotz der bitteren Wahrheiten, vor Freude strahlen. Denn, so wie auf den folgenden 385 Seiten, erkenne ich schon hier, dass da jemand schreibt der, bzw. die, ihrerseits ihr ganzes Herz in eine Waagschale wirft, die so unausgeglichen ist, dass es einem die Wut nass ins Auge treibt.


Frau Czerny schreibt aus ihrer langjährigen Erfahrung als Lehrerin die, wie viele ihrer Kollegen, schon oft an dem verzweifelt sind, was man gemeinhin als System, in diesem Falle Schulsystem, bezeichnet und schafft es, für jedermann verständlich, den notwendigen Mut zu wecken, an dieser Verzweiflung nicht zu resignieren, sondern mit Logik und Liebe Veränderung zu schaffen. Sie schreibt so, dass es – im wahrsten Sinne des Buches – jedes Kind verstehen kann. Dabei bindet sie, an verschiedenen Stellen, sogenannte „Informationskapitel“ ein die, wissenschaftlich gut recherchiert, Themen wie Medien, die umstrittene Diagnose ADS/ADHS, die Arbeitsweise des Gehirns, dem für und wieder von Noten, oder der Bedeutung von Intelligenz beinhalten und die, zum besser Verständnis auch später gelesen werden können, wenn man der Geschichte dieser mutigen Lehrerin, in einem Fluss folgen will.

Dieses Buch ist keine Anklage, sondern eine liebevolle und logische Erklärung dafür, warum es im hier vorherrschenden Schulsystem nicht möglich ist, individuell auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten von Kindern einzugehen und ihnen nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern ihnen den Spaß am Lernen beizubringen. Ob es die viel zu großen Klassen sind, die menschenunwürdige Selektion durch unser unsinniges Notensystem, die durch Schule entstehenden familiären Probleme, oder sogar die folgenden gesundheitlichen Schäden bei Kindern, immer schreibt Sabine Czerny nicht nur das es so ist, sondern vor allem warum.

(Diesen Artikel habe ich schon am 21.10.2010 geschrieben, erschienen damals bei The Intelligence, wo ihr den Rest, mit einem Klick aufs Bild lesen könnt. Er ist heute aktueller denn je!!!)
was_wir_unseren_kindern_in_der_schule_antun_cover
KLICK AUFS BILD UM ZUM ARTIKEL ZU GELANGEN

Erschienen ist das Buch im Südwest Verlag, erhältlich ist es im Buchhandel oder direkt hier. Und im folgenden Video sagt die Autorin selbst etwas zu ihrem Werk.
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